Das Stoffliche mit Imaginärem beleben.

Wer in Arbogast einkehrt wird gut bewirtet. Zwischen den Seminaren, während eines Festivals oder nach einem Vortrag - Essen und Trinken sind im Arbogaster Jugend- und Bildungshaus fest in Programm und Alltag integriert. In Zahlen gesprochen werden übers Jahr 50.000 Mahlzeiten handwerklich vor Ort produziert, Frühstücke, Snacks, Buffets, Mittag- und Abendessen. Dahinter steht die Haltung eines Küchenchefs, der auf hochwertige und saisonale Grundprodukte aus der Hand regenerativ wirtschaftender Bauern setzt. Der gekonnte und sorgsame Umgang mit diesen Ressourcen liefert die Basis für das, was Essen letztendlich ist: Einverleibung und inniger Kontakt mit der Wirklichkeit.

In der Vergangenheit war die Umwandlung von Pflanzen und Tieren in Säfte und Speisen unlösbar verbunden mit einem am eigenen Körper erfahrenen Wissen, dem richtigen Maß. Auf das zu hören, was der Körper braucht, was schmeckt und dabei auch noch gut tut ist heute, wo die Zusammenhänge rund um die Ernährungsfrage immer komplexer werden eine wahre Herausforderung.

Die Macht über unsere Mägen haben wir längst, auch aufgrund von Veränderungen in den familiären Strukturen, an die Industrie delegiert und somit die Frage der Ernährung an fremdbestimmte und globale Versorgungssysteme ausgelagert. Das heisst, wir sind zwar versorgt, aber keineswegs immer „gesättigt“. Denn Essen ist mehr als Sättigung. Im besten Fall macht Essen Freude, fördert die Kommunikation, hält fit, schön und gesund. Im schlechteren Fall liegt ein Essen im Magen, ist schwer verdaulich bis unbekömmlich, macht krank und tötet die Lust. Wohl wissend, dass Essen immer auch Ausdruck einer Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt, zu seiner Kultur, zu seinem Körper ist, kommt dieses Wissen nicht immer ins Tun. Umso mehr sind Küchen und Restaurants, die im Sinne ihrer Wortherkunft das „restaurieren“ noch wörtlich nehmen und den Gast mit ihrem Essen kräftigen und aufrichten möchten, eine sinnvolle Alternative zu anonymen Versorgungssystemen.

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