Männergespräche.

Pater Pepp Steinmetz ist bekannt für seinen Scharfsinn. Wenige Tage, nachdem er zum Priester geweiht wurde, kam Daniel Mutschlechner zur Welt. Immer wieder treffen sich die beiden, um über Gott und die Welt zu sprechen. Diesmal über den Tod, die Auferstehung und das Corona-Virus.

Daniel: Pepp, Dein Vater hat einmal gesagt: Er wolle nicht wissen, wann er stirbt, sondern wo – denn dann geht er dort nie hin. Viele Menschen wollen dort nicht hingehen. Denn sie fürchten sich vor dem Tod.
Pepp: Und deshalb leben sie gegen den Tod. Sie wollen das Leben auskosten, möglichst viel hinein packen und ihm viele Stunden abringen.

Daniel: In unserem Glauben ist der Tod nicht das Ende – das sollte doch zur Entspannung beitragen.
Pepp: Ja, die Person hört nicht mit dem Tod auf. Und es ist nicht nur die Erinnerung, die bleibt! Ich weiß, ich kann weiterhin mit der Person in Beziehung bleiben. Es ist ein „Du“ da. Der Tod ist nicht das Ende.

Daniel: Es beginnt etwas Neues.
Pepp: Paulus hatte den Gedanken, dass der Tod eine Geburt ist. Dass das, was ich erleide, ein Geburtsschmerz ist. Und da setzt unser Glaube an: Selbst wenn das Leben so gewalttätig zu Ende geht wie bei Jesus, weil er sich für die Menschen, für das Lebendige, für das gebrochene Leben eingesetzt hat. Das Leben hat einen Wert und die Liebe bleibt. Auch durch den schmerzvollsten Tod hindurch.

Die Person hört nicht mit dem Tod auf.
P. Pepp Steinmetz

Daniel: Womit wir beim Kreuz des Karfreitags wären.
Pepp: Genau. Das Kreuz selbst ist aber nicht die Erlösung, es ist und bleibt ein Marterpfahl. Doch die Art, wie Jesus mit diesem Kreuz umgegangen ist, das ist Erlösung. Seine Liebe hat am Kreuz nicht aufgehört. Er lebte uns ein Leben vor, in dem wir uns nicht gegenseitig kreuzigen.  

Daniel: Du betonst immer, dass das Dunkle seinen Platz braucht.
Pepp: Die Auferstehung darf die Grausamkeit des Kreuzes nicht bagatellisieren. Beim Sterbegottesdienst dürfen wir Tränen, Schmerz und Abgründe nicht überspringen. Darin wächst die Zuversicht. Der Glaube an die Auferstehung nimmt Gestalt an und wird konkret.

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