Frühling & Sommer 2020

Liebe Arbogast-Freund*innen. „Wir müssen lernen, das Unverfügbare, das nicht-Machbare, das Transzendente anzunehmen.“ Als Juliana Troy das Vorwort für das aktuelle Arbogast-Magazin geschrieben hat, hat sie sicher nicht an unseren Alltag in diesen Tagen gedacht. Aber sie hat etwas ausgesprochen, was wir meist verdrängen.

Unser Leben ist eine fragile Angelegenheit. Jeder, der einmal krank war, weiß, wie schnell unser Alltag stillsteht, wenn unser Organismus nicht wie gewünscht funktioniert. Jetzt hat ein Virus das Leben, so wie wir es gewohnt sind, weltweit lahmgelegt. Und bringt damit unseren Wohlstand, unsere Arbeitsplätze, ja unsere gesamte Vorstellung von gutem Leben in Gefahr. Das macht vielen Angst, zurecht.

Aber wir machen auch die Erfahrung, dass wir noch da sind und weiter leben. Auch wenn alles ganz anders ist, wir keinen durchgetakteten Tag mehr haben und die Kinder nicht zur Schule gehen. Ja, wir leben - isoliert und mehr denn je auf uns zurückgeworfen. Wir leben in einer Nähe zu uns selbst, die viele nicht aushalten können, geschweige denn schätzen. Nicht umsonst gehen jetzt Millionen Videos, Memes, Whatsapps viral. Viele davon bringen uns in Kontakt mit unseren Liebsten, aber viele sind nur dazu da, unsere Leere und unsere Ängste zu beherrschen.
Das Gute daran ist, dass es uns allen gleich damit geht. Und uns die Erkenntnis bringt, dass wir Menschen alle im gleichen Boot sitzen. Wir brauchen Beziehungen, Kontakt, Nähe. Nur dann überleben wir!

Unsere reale Isolation hat noch etwas Gutes. Wir kommen zur Besinnung, sofern wir uns nicht nur der Ablenkung hingeben. Das ist auch schmerzhaft, weckt uns aber auch auf und lässt uns vielleicht das Gewaltige an diesem historischen Moment erkennen. Weil wer den Ernst der Lage erkennt, der sieht, dass es hier um mehr geht als die Bekämpfung eines Virus. Es geht um die Chance für eine radikale Umkehr.
Philosoph und Publizist Claus Eurich beschreibt es in seinem Blog so: „Bestehen wir dieses Abenteuer, kann aus Corona, dessen Ursprungsbedeutung Strahlenkranz meint, Licht geboren werden. Es durchbricht jede Dunkelheit. Es heilt und heiligt. Menschen, die das verstanden und so voran gingen, nicht selten unter großen persönlichen Opfern, zeichnete man in vergangenen Tagen mit einer Corona, einem Heiligenschein. In ihnen hatte sich durch radikale Umkehr das Licht der Erkenntnis, das Licht der Bescheidenheit und das Licht tätiger Liebe durchgesetzt und ausgebreitet. Die Wirkung ging weit über sie hinaus. Manchmal reicht sie bis in die Gegenwart.“

Wir hier in Arbogast gehen es nicht mit einem Heiligenschein an, wir backen kleinere Brötchen. Aber wir vertreten Werte, die uns wichtig sind und darüber schreiben wir auch. Beispielsweise im aktuellen Arbogast-Magazin, das in diesen Tagen in ihrem Briefkasten liegt. Wir hoffen, Sie freuen sich darüber und nehmen sich Zeit es zu lesen. Vielleicht auch etwas genauer als sonst. Wir haben es mit großem Engagement gestaltet - natürlich vor Corona. Viele Inhalte halten der aktuellen Situation stand, manche von den von uns geplanten Veranstaltungen vielleicht nicht.
Wir wissen nicht, wie es im Mai sein wird, Ob wir uns dann bereits wieder „normal“ begegnen können. In gemeinsamen Vorträgen, Workshops, bei Konzerten oder anderen Formaten, von denen es in Arbogast so viele gibt. Die Unsicherheit lastet auch auf unserem Unternehmen, ohne Frage.

Aber wir bleiben Hoffende und hoffen darauf, dass Sie uns die Treue halten. In der einen oder anderen Form. Vielleicht indem Sie an einem der geplanten Online-Webinare teilnehmen, oder indem Sie Vorträge und Videos auf unserer Homepage verfolgen. Am liebsten möchten wir sie natürlich hier wiedersehen, bei einem Besuch in Arbogast. Weil es wird weitergehen. Unser gemeinsames Leben, nach dem Virus!

Bleiben Sie gesund!
Im Namen des Redaktionsteams, Gerda Zimmermann

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Die Belebung des Stofflichen.

Essen ist mehr als Sättigung. Essen ist immer auch Ausdruck einer Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt, sein Kultur, seinem Körper. Kunsthistorikerin und FH-Lehrbeauftragte Renate Breuss macht sich am Beispiel Arbogast Gedanken zu einem selbstbestimmten Versorgungssystem.

Der empathische Blick.

Ideenentwicklerin Isabella Natter-Spets will gemeinsam mit anderen Menschen Potentiale entdecken. Wir ihr das gelingt: mit Empathie. In der Rubrik "Das ist mir heilig" spricht sie über ihren Blick auf den "großen Tiergarten".

Das Virus und die Angst.

Pater Pepp Steinmetz ist ein Mann der klaren Worte. Wochen bevor Corona unser Leben völlig auf den Kopf gestellt hat, hat er mit Hausleiter Daniel Mutschlechner ein Gespräch über Gefahren, Ängste und den Tod gesprochen.

Wie im Himmel.

Musik spielt in Arbogast immer eine Rolle. Nach dem FOLK FESTIVAL im Vorjahr gibt es auch im heurigen Zwischenjahr einige Highlights für Musikfreund*innen. Ende Juni geben sich Liedermacherin Hayley Reardon aus Portland und das Folk-Duo Fox & Bones ein Stelldichein.

Pforte meets Arbogast.

Auch in diesem Frühling freuen wir uns wieder auf drei "Musikalische Spaziergänge", die nach dem Weg durch die Örflaschlucht und dem Konzert in der Kirche St. Arbogast gemütlich in Arbogast ausklingen werden. Den Auftakt macht am So 17. Mai "Tausendgrün", danach folgen "Wandeln - Eine musikalische Meditation" am So 14. und "finklinggs - Vom Schweombad bis St. Arbogast beon i gloufo" am So 28. Juni.

Veränderung selbst gestalten.

Matthias Strolz macht es seit vielen Jahren vor: er gestaltet aktiv Veränderung in seinem Leben. Bei der Zukunftswerkstatt mit dem nunmehrigen Freigeist & Publizist erleben Fach- und Führungskräfte einen Workshop, der ermutigt, das Leben selbst zu gestalten und sich zu entfalten.