... In den letzten Tagen mussten wir bereits dutzende Kurse absagen. Gastgruppen, die nach Arbogast kommen wollten, wurden auf unbestimmte Zeit vertröstet. Das trifft uns auch wirtschaftlich hart. Das Bemühen gilt nun dem Halten von Arbeitsplätzen und der Vorbereitung auf die Zeit danach.

Jetzt tun wir das, was gerade geboten ist: Einige unserer Zimmer haben wir für pflegebedürftige Menschen vorbereitet, damit auch während der Krisenzeit eine 24-Stunden-Betreuung im Land gesichert ist. Auch für die Erholung der Pflege/innen stehen Räume bereit. Schön zu sehen, wie konstruktiv das Arbogast-Team hier anpackt. Und dass die Gastfreundschaft allen Menschen gilt, egal in welcher Lebenssituation sie nach Arbogast kommen.

Zunächst geht es darum, akut Hilfe zu leisten und zur Entspannung der Situation beizutragen. Unsere Gedanken sind oft bei den Menschen, die derzeit in Sorge sind. Bei denen, die krank sind. Und all jenen, die derzeit Großartiges für die Gesellschaft leisten, etwa in den Familien, in Krankenhäusern, beim Arbeitsmarktservice, in den geöffneten Geschäften, in der Seelsorge, bei den Sozialpartnern oder in der Politik.

Auch in der Krise sollten wir auch kritisch bleiben - gerade, wenn es um Eingriffe in unsere Grundrechte geht. Ich habe gelesen, dass wir uns an diese „neue Normalität“ gewöhnen sollten. Aber ich werde mich nicht daran gewöhnen, lieben Menschen mit meterlangem Abstand zu begegnen. Oder den Cappuccino an einer Maske vorbei zu schlürfen oder nicht zu wissen, was mit meinen Handydaten geschieht. Das und einiges mehr erdulde ich für einen gewissen Zeitraum, weil es unter den gegebenen Umständen sinnvoll erscheint. Aber ich will mich erst gar nicht bemühen, mich daran zu gewöhnen.

Hinter der schwierigen Zeit sehen wir auch erste Chancen. Für jeden einzelnen Menschen, für Arbogast - aber auch für die überdrehte Gesellschaft, der nun Grenzen aufgezeigt werden. Wir wissen noch nicht, wann und in welcher Form es im Jugend- und Bildungshaus weiter geht. Und welche Fragen unsere Gäste dann beschäftigen. Aber wir werden da sein!

Bitte seien Sie das auch. Arbogast gibt es nur dank der Gäste und aller Menschen, die dem Haus verbunden sind. Es freut uns, wenn Sie sich bald wieder für ein Programm-Angebot anmelden, wenn Sie einen Raum buchen oder Mitglied des Freundeskreises werden. Arbogast braucht Ihre Unterstützung in den kommenden Monaten mehr denn je. Emotional und wirtschaftlich.

Ich freue mich, wenn wir uns wieder „live“ begegnen. Bleiben oder werden Sie gesund. Und bewahren Sie sich eine große Portion Gelassenheit und Zuversicht.

Herzliche Grüße,
Daniel Mutschlechner