Palmsonntag: Jesu Einzug in Jerusalem (Mt 21,1-11)

 

Die Leute aber riefen: Hosanna, dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!“

Die Menschen jubeln Jesus zu. Sie feiern ihn als König.

Wer ist dieser Jesus für mich? Würde ich einem König zujubeln oder fühle ich mich über andere erhaben?

Gründonnerstag: Das letzte Abendmahl – die Fußwaschung (Joh 13,1-15)

 

"Begreift ihr, was ich an euch getan habe? … Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“

Jesus wäscht seinen Freunden die Füße und teilt mit ihnen Brot und Wein. Nicht alle sind ihm wohlgesonnen. Doch er wäscht auch ihnen die Füße und macht sich zum Diener für sie.

Bin ich bereit, anderen zu dienen und mich gegebenenfalls zu erniedrigen? Setze ich mich mit meinen Feinden an einen Tisch? Bin ich breit, mich mit ihnen zu versöhnen?

Karfreitag: Passion – Leiden und Sterben Jesu (Joh 18,1-19,42)

 

"Sie aber schrien: Hinweg, hinweg, kreuzige ihn! … Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist!“

Jesus trägt das Kreuz das ihm auferlegt wird. Er erträgt die Schmach und Erniedrigung und bittet Gott für seine Widersacher um Vergebung.

Was erwartet mich, in meiner Todesstunde? Werde ich voll Vertrauen mich in Gottes Arme fallen lassen können?

Mit den Worten Karl Rahners will ich bitten: „Einmal wird du in meinem Tod und nach meinem Tod zu mir sprechen. Und diese Worte werden ein ewiger Anfang oder ein endloses Ende sein. O Herr, lass mich dann in meinem Tod Worte deines Erbarmens und deiner Liebe hören, die ich nicht überhören werde. Lass mich darum jetzt deine letzten Worte am Kreuz in ein williges Herz aufnehmen. Amen.“ (K. Rahner, Gebete des Lebens 2004, 59f.)

Osternacht: Jesu Auferstehung (Mt 28,1-10)

 

"Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“

Das Schriftwort hat sich erfüllt: Jesus hat den Tod besiegt. Halleluja!

Kann ich die Welt mit österlichen Augen betrachten? Kann ich in der Erwartung leben, dass der Tod nicht das letzte Wort haben wird, sondern das Leben in Gott? Bin ich breit, die Botschaft von Ostern weiterzutragen?

„Wir beten dich an, wir loben dich, wir sagen dir Dank, wir rühmen deine Herrlichkeit, weil du unter uns wohnen wolltest, du unser Gott, du unser Ausgang und Ursprung, unser Ziel und Ende; weil du unter uns wohnen wolltest, du Mensch wie wir; weil du vom Ausgang ausgehen, unseren Weg durch die Enge der Geschöpflichkeit und durch das Tal der Tränen pilgern und selbst am Ziel und Ende ankommen wolltest – und doch bist du aller Ziel und Ende.“ (K. Rahner, Gebete des Lebens 2004, 72.)

Ostermorgen: Das Grab ist leer (Joh 20,1-18)

 

„Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete: Ich habe den Herren gesehen. Uns sie berichtete, was er ihr gesagt hatte."

Maria von Magdala ist die erste Zeugin der Auferstehung. Sie zweifelt keine Sekunde an dem, was sie sieht und was sie hört.

Bin ich fähig, ohne Zweifel, an Jesu Auferstehung zu glauben? Bin ich bereit, mich auf die Begegnung mit dem Auferstandenen einzulassen?

Hinweis

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Gemeinsam Gottesdienst feiern.

In unseren Familien- und Hauskirchen sind wir eingeladen, gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Im Besonderen auch Jesu Tod und Auferstehung. Miteinander die biblischen Schrifttexte zu lesen, Rituale zu feiern und gemeinsam und füreinander zu beten, dazu ermutigt uns Jesus durch seine Zusage: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20). Die Gottesdienste in unseren Familien bedürfen keines großen Aufwands und Vorwissens, sondern die Offenheit und den Mut, Gott in unserem Leben einen Platz zu geben. Hier finden Sie einen einfachen Behelf, um miteinander die Passion- und die Auferstehung Jesu Christi zu feiern.

Ostern feiern im Kleinen.pdf

Und hier zudem eine Anleitung für den Ostersonntag.

Ostersonntag feiern in der Familie.

 

 

Jage die Ängste fort.

Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
geht es um dich oder ihn.
Dein eignen Schatten nimm
zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruss mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiss deine Pläne. Sei klug
und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
Mascha Kaleko